Eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung in den letzten Sekunden bringt die Mannschaft von Trainer Jürgen Huch um einen verdienten Punkt (8:12 / 17:18)

„Dass es am Ende für unsere Mannschaft nicht wenigstens zu einem Remis gereicht hat, ist schade“, meinte Conny Evert nach dem Spiel, „aber das war die bisher beste Saisonleistung, auf die wir aufbauen können. Wenn die Mädels so weitermachen, haben wir noch eine super Verbandsligasaison vor uns.“

Am gestrigen Samstag empfing die wB den Tabellenzweiten, die HSG Nienburg, in der Vfl Halle am Rosenbusch. Die Gäste, mit einigen Auswahlspielerinnen angereist, wollten zwei weitere Punkte im Kampf um den zweiten Tabellenplatz mit nach Hause nehmen.

Aber das Spiel begann sehr ausgeglichen, nach fast fünfzehn Minuten stand es erst 6:5 für Nienburg. Dass sich auf dem Spielfeld der Tabellenzweite gegen den Vorletzten gegenüberstand, war nicht zu spüren. Ziel des Teams von Trainer Jürgen Huch war es, an die Abwehrleistung aus den vergangenen Spielen anzuknüpfen und die Leistungsträgerinnen der Gäste gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen. Das gelang gut und so blieb das Spiel auch bis zur 20. Minute noch sehr ausgeglichen. Erst in den letzten Minuten vor der Pause zog Nienburg davon und erspielte sich zur Halbzeit ein 12:8.

In der Pause mahnte Huch, die Konzentration hoch zu halten und in der Abwehr nicht nachzulassen. Er forderte mutige Entscheidungen und keine Angst vor dem vermeintlich besseren Gegner zu haben.

Nach dem Pausenpfiff zeigten sich die Gastgeberinnen dann kämpferisch und erspielten sich durch tolle Kombinationen und Gegenstöße bis zum 14:14 heran. Celine Junker im Tor hielt mit einer tollen Leistung ihre Mannschaft im Spiel. Ein Schlagabtausch bis zum 17:18 kurz vor dem Ende. Bis zu diesem Moment haben beide Mannschaften sehr fair gekämpft, ein unentschieden wäre der richtige Ausgang gewesen.

Und zehn Sekunden vor Schluss hatte HO dann durch einen Siebenmeter die Möglichkeit zum verdienten Ausgleich. Lucie Albrecht versenkte den Ball souverän im Netz, großer Jubel in der Halle, der Torschiedsrichter hob den Arm, um das Tor anzuzeigen. Doch niemand hatte mit dem zweiten Offiziellen aus Nienburg gerechnet, der von der Mittellinie aus anders entschied: Kein Tor wegen angeblichen Übertretens. Das Tor wurde nicht gegeben und so  gingen die Punkte nach Nienburg und HO blieb nur der Trost, dass die auf Platz zwei liegende HSG Nienburg das gesamte Spiel über ein Gegner auf Augenhöhe war.

Trainer Frank Kirchmann nach dem Abpfiff: „Beide Mannschaften zeigten ein kampfbetontes aber jederzeit sehr faires Spiel. Wir sind jedenfalls sehr stolz auf unsere Mädels, sie haben über weite Teile des Spiels Charakter gezeigt gegen ein Team, das mehrere Auswahlspielerinnen vorweisen kann. Ein Punkt wäre mehr als verdient gewesen.“

Tore: Lucie Albrecht (4/1), Laura Tirschler, Franca Seidensticker, Tara Scharmann (je 3), Franziska Krakowski (2/1), Felia Sempf und Lynn Dohme (je 1)