Am vorletzten Samstag ging für den Handball-Nachwuchs ein kleiner Traum in Erfüllung: Sie durften beim Heimspiel des TBV Lemgo gegen HBW Balingen-Weilstetten an der Hand von Handballprofis und Nationalspielern einlaufen.

Mit dem Empfang einer Hostess begann das große Abenteuer beim TBV Lemgo in der Lipperlandhalle. Zunächst bekamen die Mädchen eine Einweisung über die Regeln, die die "Einlauf-Kinder" zu beachten hatten. „Jetzt werde ich doch etwas nervös", gestand Karina, die bereits zum zweiten Mal dabei war. Nun aber überkam sie das Lampenfieber genauso wie ihre Mannschaftskameradinnen. „Gleich sind da so viele Menschen", meinte Lizzey, „da wird mir ganz weich in den Knien."

Die Kinder und ihre Betreuer Andreas Kraus und Jürgen Huch wurden durch die Arena geführt und zogen ihre Trikots an, mit denen sie nur kurze Zeit später im Spielertunnel auf ihre großen Idole warteten. Zuvor durften sie denen noch beim Aufwärmen zusehen und kamen den Profis am Spielfeldrand ganz nah. „Sehr aufregend", gab die neunjährige Linn zu. Und unter dem frenetischen Applaus der Zuschauer meisterte der HO-Nachwuchs dann in der fast ausverkauften Arena erfolgreich seinen großen Auftritt.

Die Mädchen strahlten über das ganze Gesicht: Einlaufkind vor über 3.000 Zuschauern bei einem Bundesligaspiel - das war für die Nachwuchshandballer aus Hessisch Oldendorf schon etwas ganz Besonders. Dass die Mädchen dabei nicht mit ihrem Lieblingsverein Lemgo, sondern mit den Spielern aus Balingen-Weilstetten auf's Parkett liefen, war dabei völlig egal. „Wir sind ja eigentlich für Lemgo, aber ich habe mir Theuerkauf ausgesucht. Er trägt die 13, genau wie ich und ist schließlich Nationalspieler!“, erzählt die zehnjährige Lara. 

Für die Kinder war es ein ganz besonderes Erlebnis. „Am besten fand ich, einmal selbst auf dem Spielfeld zu stehen. So viele Menschen, die für uns applaudiert haben – das war toll!“, freute sich Celina. Im Anschluss verfolgten die HO-Handballerinnen, die zurzeit in ihrer Liga ohne Punktverlust auf dem ersten Tabellenplatz stehen, das Spiel gespannt von den Rängen aus. Und sie schienen den Lemgoern Glück zu bringen: Sie siegten ungefährdet mit 33:27. Anschließend gingen die Mädchen bei ihren Stars auf Autogrammjagd.

„Wir freuen uns, dass wir den E-Mädels mit dieser besonderen Aktion einen unvergesslichen Abend bieten konnten“, so Trainer Andreas Kraus. Vielleicht war das Erlebnis in Lemgo für das ein oder andere Talent Ansporn, um in einigen Jahren selbst mit einem Nachwuchsspieler an der Hand bei einer Bundesligamannschaft einzulaufen. „Schließlich ist es dem Verein ein wichtiges Anliegen, die Mädchen für Sport zu begeistern“, ergänzt Jugendtrainer Jürgen Huch.